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Leo

  • Autorenbild: Silke
    Silke
  • 23. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Januar 2009 – Februar 2021

Fünf Jahre ohne dich. Und es fühlt sich immer noch nicht richtig an.

Leo, du warst schon da, bevor es die Tierbetreuung gab. Du warst kein „Bestandteil“ – du warst der Anfang. Als alles wuchs, bist du nicht einfach mitgelaufen. Du hast mitgeführt. Und ich bin sicher, du warst überzeugt, es sei dein Laden.

Aber unser Weg begann nicht leicht.

Als Junghund warst du schwer krank. Wo andere durch Wiesen tobten, waren wir in der Tierklinik. Untersuchungen. Medikamente. Warten. Hoffen. Du bist dort quasi groß geworden.

Und ich mit dir.

Dort habe ich zum ersten Mal wirklich verstanden, dass Leben nicht selbstverständlich ist. Dass Abschied kein fernes Thema ist, sondern jederzeit mit am Tisch sitzen kann. Diese Zeit hat uns geprägt. Sie hat mich wachgerüttelt. Und sie hat dich stark gemacht.

Du warst ein Kämpfer. Nicht dramatisch – einfach entschlossen. Du bist zurück ins Leben gegangen mit einer Kraft, die ich nie vergessen werde.

Später warst du Rudelchef. Nicht laut. Nicht aufgesetzt. Sondern selbstverständlich.

Wenn du im Raum warst, ordnete sich alles. Du hattest diese starke, ruhige Präsenz. Ein Blick von dir – und Dinge waren geklärt.

Du warst mein Seelenhund. Auf deine kraftvolle Art. Du hast mich gefordert, geformt, wachsen lassen. Durch dich habe ich gelernt, klar zu führen. Und durch dich habe ich gelernt, dass Zeit ein Geschenk ist.

Und dann – deine Schwäche.

Socken.

Kleine Löcher im Wäschekorb waren für dich keine Schwachstelle, sondern eine Mission. Du hast mit einer Ernsthaftigkeit gezogen, als ginge es um Staatsgeheimnisse.

Dank dir besitze ich bis heute nur unterschiedliche Socken. Damit sofort auffällt, wenn eine fehlt. Auch das ist Führungsschule Leo.

Als wir dich im Februar 2021 gehen lassen mussten, war das eine Entscheidung aus Liebe. Und eine, die mich zerrissen hat. Nach allem, was wir schon gemeinsam durchgestanden hatten, war es kaum zu begreifen.

Fünf Jahre sind vergangen. Und ich vermisse dich schrecklich.

Manchmal liegt diese klare Haltung im Raum. Dieses innere Aufrichten. Und ich weiß: Du schaust noch.

Leo, du warst der Wahnsinn. So stark. So besonders. So wichtig.

Danke für deinen Kampfgeist.

Danke für deine Führung.

Danke für alles, was ich durch dich lernen durfte.

Danke für jede Minute, die nicht selbstverständlich war.

Du fehlst.

Und du bist da.

Alles ist unter Kontrolle, Chef. 🖤

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