Charly
- Silke

- 9. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Dezember 1996 – Februar 2007
Charly, du warst mein erster eigener Hund. Und damit warst du der Anfang von allem.
Mit dir begann eine Bindung, auf die mich niemand vorbereitet hatte. So tief. So wild. So ungeordnet. Und so echt.

Du warst ein Berner durch und durch. Groß. Lustig. Chaotisch. Voller Leben. Du
hast alles durcheinandergebracht und genau dadurch etwas in mir geöffnet, das vorher noch keinen Namen hatte.
Mit dir wurde mein Leben lauter. Lebendiger. Unberechenbarer. Du hast mich gelehrt, mich einzulassen – ohne zu wissen, wie es ausgeht.
Als du heute vor genau 19 Jahren gegangen bist, war ich vollkommen unvorbereitet. Tod. Abschied. Endgültigkeit. Das alles existierte vorher nicht in meinem Denken. Und dann warst du plötzlich weg. Und nichts war mehr, wie es vorher war. Du warst mein erster großer Verlust. Der, der alles verändert. Der, nach dem man nicht mehr naiv ist. Der, der einen auf einen Weg schickt, den man damals noch nicht sehen konnte.
Du warst mein Seelenhund, lange bevor ich dieses Wort kannte. Mein Lehrer, ohne dass ich wusste, dass Tiere lehren.
Du hast mir gezeigt, wie tief Liebe gehen kann. Und wie weh es tut, wenn sie keinen Körper mehr hat.

Und dafür schulde ich dir mehr, als Worte tragen können.
Danke, Charly.
Danke für dein Chaos.
Danke für dein Lachen.
Danke für deine Geduld mit mir.
Danke für alles, was du mich gelehrt hast.
Eigentlich verdanke ich dir alles. Meinen Weg. Meine Tiefe. Meine Fähigkeit, Abschied zu halten.
Du hast mich vorbereitet, auch wenn ich es damals nicht wusste.
Und du gehst bis heute jeden Schritt mit mir.
Danke, mein Seelenhund.
Silke
Fell & Abschied – Zwischen den Tagen




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